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 Geschichte Indiens

Das heutige Gebiet Indiens ist seit 2500 vor Christus besiedelt. Zu dieser Zeit liessen sich Stämme aus dem Indus-Flussgebiet im Norden Indiens nieder und entwickelten eine urbane Hochkultur, beruhend auf Händlertum und den Handel mit landwirtschaftlichen Produkten. Diese Zivilisation ging um etwa 1500 vor Christus, vermutlich aufgrund von klimatischen Veränderungen, unter.

Im 2. Jahrtausend vor Christus kamen pastorale, arische Stämme aus dem Norden und liessen sich auf dem Subkontinent nieder. Da sie das Gangesdelta besiedelten, nahmen sie dort bestehende kulturellen Einflüsse auf.

Die politische Karte des antiken und mittelalterlichen Indiens wurde von einer Vielzahl von König- und Fürstentümern und sich ständig verändernden Grenzen bestimmt. Im 4. und 5. Jahrhundert nach Christus wurde der Norden Indien schliesslich von der Gupta-Dynastie vereint. Diese Periode wird als Indiens Goldenes Zeitalter bezeichnet, die hinduistische Kultur und ihre politische Verwaltung erreichten zu dieser Zeit ihren Höepunkt. 

Der Islam verbreitete sich seit dem 10. und 11. Jahrhundert mit den türkischen und afghanischen Invasionen und der Gründung des Kalifats von Delhi. Im frühen 16. Jahrhundert kamen die Nachfahren Dschinghis Khans über den Khyber Pass  und gründeten das Mogulenreich, dessen Macht für die nächsten 200 Jahre erhalten blieb. Der Süden Indiens wurde zwischen dem 11. und 15. Jahrhundert von den hinduistischen  Chola und Vijayanagar Dynastien dominiert. In dieser Zeit kam es zu einer Vermischung vorherrschender  hinduistischer und muslimischer Einflüsse, die einen langanhaltenden kulturellen Einfluss aufeinander ausübten.

Die ersten britischen Siedlungen auf dem Subkontinent wurden im Jahr 1619 in Surat an der Küste des heutigen Bundesstaates Gukarat gegründet. Am Ende des 17. Jahrhunderts errichtete dann die britische Ostindien-Gesellschaft unter dem Schutz der lokalen Herrscher Handelsposten in Madras (Chennai), Bombay (Mumbai), und Kalkutta.

Die Briten dehnten ihre Einflusssphähre ständig weiter aus, bis sie Mitte des 19. Jahrhunderts schliesslich fast die gesamte Fläche der heutigen Staaten Indien, Pakistan und Bangladesh beherrschten. Im Jahr 1857 kam es zu einer ersten grossen Rebellion der Bevölkerung im Norden gegen die ausländische Herrschaft. Diese wurde von den Briten niedergeschlagen und die politische Macht von der Ostindien-Gesellshaft an die britische Krone üertragen. Die britischen Kolonialherren begannen nachfolgend die Errichtung einer direkten Herrschaft über weite Teile Indiens, und schlossen zudem Verträge mit den lokalen Herrschern ab.

Im späten 19. Jahrhundert gab es die ersten Schritte in Richtung einer politischen Selbstbestimmung Indiens, indem dem britischen Vizekonsul indische Berater zur Seite gestellt wurden, sowie durch die Gründung von Provinzräten mit indischer Beteiligung. In der Folgezeit dehnten die Briten die Beteiligung an den legistativen Gremien weiter aus. Seit 1920 begann Mohandas K. Gandhi mit der Umwandlung des Indischen Nationalkongresses zu einer Massenbewegung gegen die britische Kolonialherrschaft. Die Partei nutzte sowohl parlamentarische Nichtbeteiligung als auch gewaltfreien zivilen Ungehorsam als Mittel, um die Unabhängigkeit zu erlangen.

Am 15. August 1947 wurde Indien unabhägig und zu einem Mitglied des britischen Commonwealth, mit Jawaharlal Nehru als erstem Premierminister. Die Feindseligkeit zwischen Muslimen und Hindus bewogen die Briten zu einer Abtrennung von Gebieten und der Schaffung Ost- und Westpakistans mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit. Der heutige Staat Indien wurde mit der Verfassung vom 26. Januar 1950 zu einer Republik im Commonwealth. 

Seit der Unabhängigkeit Indiens hat die Kongresspartei von Mahatma Gandhi und Jawaharlal Nehru, abgesehen von zwei kurzen Zeiträumen in den 70ern und 80ern, unter der Führung von Nehru, dessen Tochter und schliesslich dessem Enkel das Land regiert.

 

 
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